Kurt Südmersen © 2008 - 2017 | Alle Rechte vorbehalten Design: ORCA-Institut für Konfliktmanagement und Training Aktualisiert am 04. Mai 2017
Was ist Zen ?
Spiritualität von DaiHiDo
Spiritualität bedeutet aus Erfahrungen heraus zu leben, die mich meiner Selbstwirksamkeit bewusst sein lassen, ohne auf mein Ego zu verweisen und dennoch seine Bedeutung nicht zu leugnen. Es ist das Erfassen der Wirklichkeit aus einer überegozentrischen Perspektive, die mich gleichzeitig davor bewahrt in Intoleranz zurück zu fallen. Sie lässt mich erkennen, dass wir alle im Besitz der Wahrheit sind, aber eben immer nur partiell. Spiritualität kann eine  Antwort sein für das Problem der Religionen, deren fundamentalistischen Mitglieder in ihrer  „allein selig machenden Wahrheit“ die Rechtfertigung für Intoleranz und damit Gewalt gefunden zu haben glauben.
„Du bist Teil eines umfassenden Schöpfungsprozesses, den du beeinflussen, aber nicht einseitig steuern kannst.“ (Peter Senge)
Die ganze Idee des Mitgefühls basiert auf einer  leidenschaftlichen Achtsamkeit über die gegenseitige Abhängigkeit aller Lebewesen. (Thomas Merton)
Mit dem Wort der „Spiritualität“ bezeichnet man die Tatsache, dass der Mensch ein Sinn suchendes Wesen ist. (Joachim Bauer)
Wenn ich mich als spirituell handelnden, praktizierenden und vor allem übenden Menschen begreife, der Teil des oben benannten umfassenden Schöpfungsprozesses ist, wird mir vielleicht die Erfahrung zuteil, dass ich den gesamten Prozess beeinflussen kann. Sie sagt mir, dass dieser Prozess mich gleichzeitig umfängt und in mir entspringt, nicht aber in mir beginnt, weil er immer schon da war und gleichzeitig ohne mich nicht denkbar und erlebbar ist. Wie eine Quelle, die aus dem Boden sprudelt, nachdem sie aus vielen Felsspalten Wasser gesammelt hat. Diese Erfahrung ist nicht erklärbar und nicht zu begreifen; ich kann mich ihr nur annähern, sie eher zulassen als herbeiführen. Das heißt, sie ist vor allem für unser sprachliches Bewusstsein nicht zu erfassen. Sie wird manchmal mit einem Kirschkern  verglichen, der, je fester ich ihn ergreife, desto weiter weg flutscht. Entscheidend allerdings ist, dass ich eine persönliche Erfahrung machen kann und dass es in der Vergangenheit viele Menschen aus unterschiedlichen Religionen gegeben hat, die sich dieser Erfahrung sicher sind und den Weg beschrieben haben, auf dem diese Erfahrung gelingen kann.
Die oben angedeutete Intoleranz und damit einhergehende Gewalt entweicht aus dem Schöpfungsprozess durch die Erfahrung der Verbundenheit. Wenn wir durch Meditation und/oder Gebet unsere Bewusstheit schulen, dann üben wir uns in Hingabe.  Wir lassen bewusst zu, dass wir durch den Schöpfungsprozess geformt und beeinflusst werden - was nichts anderes bedeutet, als dass wir mit allen Wesen verbunden sind. Gleichzeitig kehren wir radikal in uns selbst ein und erkennen, wer wir sind. Vor einem  buddhistischen Hintergrund kann man sagen unser Selbst ist leer und damit Ziel, Quelle und Teil des ewigen Schöpfungsprozesses. Spiritualität ist nicht der subjektive Gottesbeweis oder die rational logische Ableitung und Überprüfung der hier gemachten Aussagen. Spiritualität ist in jedem Fall eine authentische Erfahrung des Lebenssinns. Hier taucht nun wieder die Gefahr der Intoleranz, der Unkenntnis, der Unerfahrenheit und damit eine Wurzel der Gewalt gegen mich und andere auf. Es gibt eine Fülle von Erfahrungsberichten, die darauf hinweisen wie schwierig  und mit wie vielen Kämpfen es verbunden ist, sich einer spirituellen Entwicklung hinzugeben. Ohne die Unterstützung eines/r zu mir passenden spirituellen Lehrers/einer spirituellen Lehrerin, mit einer solchen Erfahrung umzugehen, dieser Erfahrung zu trauen oder zu vertrauen und nach einer solchen Erfahrung einen guten Weg zu finden, sie zu vertiefen und an ihr zu wachsen, sie zu meiner handlungsleitenden Quelle zu machen, scheint mir nur sehr schwer möglich zu sein.
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